Mögliche Schrei-Ursachen bei Babys

Mögliche Schrei-Ursachen bei Babys.

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Bewegung fürs Baby: Spielplatz im Freien Ein Arzt wird in der Regel auch eine so genannte Anamnese erstellen, also die Vorgeschichte ergründen. Was ist passiert? Wie hat sich das Schreien entwickelt? Welche Nahrung bekommt das Kind wann? In welchem Zusammenhang treten die Attacken auf? Wie ist das Kind geboren worden? Was unternehmen die Eltern bei Schrei-Attacken? Im Zweifel sollten betroffene Eltern immer auch eine ärztliche Zweitmeinung einholen, etwa in einer Kinderklinik, die auf breitere Erfahrung mit solchen Problemen zurückgreifen kann. Schrei-Ursache Misshandlung?
Und dann kommt leider noch eine weitere Möglichkeit hinzu: Ist das Kleinkind etwa misshandelt worden? Haben Eltern oder Elternteile überreagiert oder schlichtweg die Nerven verloren? Manchmal rasten gerade Ehemänner oder Freunde aus, die mit dem exzessiven Schreien überhaupt nicht zurechtkommen. Manchmal geschieht das auch hinter dem Rücken der Mutter. Deshalb prüfen Ärzte auch den Säugling rein äußerlich auf Verletzungsspuren, etwa auf Hämatome (Blutergüsse) oder andere Verletzungen wie Knochenbrüche. In solchen Fällen wird dann sofort das Jugendamt meist automatisch informiert. Häufige Ausrede: Das Baby ist vom Tisch gefallen oder hat sich irgendwie selbst verletzt. Wie dem auch sei: Verletzungen im Säuglingsalter sind ungewöhnlich und sollten hinterfragt werden.

Stress als Grund für Schreien?
Andere Theorien weisen Probleme im sozialen Umfeld als Ursache fürs Schreien eher zurück. Auch Beziehungsprobleme in der Partnerschaft nach der Geburt taugen demnach wenig, um als Grund fürs unstillbare Schreien herzuhalten. Exzessives Baby-Geschrei muss andere Ursachen haben.

Es gibt eine andere Theorie. Stress während der Schwangerschaft, seelische Belastungen der werdenden Mutter – etwa in Folge einer ungewollten Schwangerschaft – übertragen sich so nachhaltig aufs Kind, dass dieses nach der Geburt darauf mit Schrei-Attacken reagiert. Hier gibt es verschiedene Gründe: Beziehungsprobleme, finanzielle Sorgen, Stress mit der Organisation einer eigenen Wohnung, Job13 Verlust, Ausbildungsabbruch – eine junge Schwangere ist oft enormen Konflikten ausgesetzt. Auch Probleme in der Partnerschaft infolge einer nicht geplanten Schwangerschaft sind Gründe. Manche junge Mutter steht hier vor reiner Existenzangst. Und dann ist es nur allzu normal, wenn sich das auch aufs Baby überträgt. Das Baby kann auch Ablehnungsgefühle entwickeln, etwa wenn es ungewollt war, die Mutter an Abtreibung gedacht hat oder das Baby gar zur Adoption freigegeben ist.

Schwierigkeiten bei der Geburt
Die Mutter hatte eine Sturzgeburt. Das Baby hatte ungewöhnliche lange im Geburtskanal kämpfen müssen – manchmal bis zu zwölf Stunden und mehr. Dabei ist es zur Unterversorgung und zum Sauerstoffmangel gekommen. Das Baby muss mit der Saugglocke oder der Zange geholt werden. Die Nabelschnur hat sich um den Hals des Ungeborenen gewickelt. Das Kind liegt in Steißlage. Die werdende Mutter musste Medikamente einnehmen. Es handelte sich um eine Problemgeburt, weil die Mutter schon relativ alt war oder aus anderen Gründen. Die Wehen setzten zu früh ein und mussten mit Medikamenten gestoppt werden. Manche Mütter liegen einen erheblichen Teil ihrer Schwangerschaft im Krankenhausbett unter ärztlicher Kontrolle ab.

Vielleicht war die Geburt eine so genannte „Invitro-Fertilisation“, also eine künstliche Befruchtung, bei der das entnommene Ei außerhalb des Mutterleibs befruchtet wurde, weil die Spermien des Mannes nicht beweglich genug waren. Dabei wird dann die außerhalb befruchtete Eizelle in die Gebärmutter eingelegt. Oder am Ende der Schwangerschaft war doch ein Not-Kaiserschnitt nötig.

Die Plazenta (Mutterkuchen, der das Ungeborene versorgt) hat sich vorzeitig abgelöst. Die Hebamme musste ungewöhnliche feste auf den Bauch der Schwangeren drücken. Das Ungeborene war am Ende unterversorgt, die Herzfrequenz flachte ab, der Sauerstoffwert im Blut sank ab. Es gibt vielfältige Gründe für eine Problemgeburt, die bei Babys später Schreien auslösen können – aber nicht zwangsläufig müssen.

So kann auch durch den Geburtsvorgang selbst eine leichte Schrägstellung der Wirbelsäule des Kindes verursacht werden. Das führt zu Schmerzen, auf die der Säugling mit Schrei-Attacken reagiert. Hier haben osteopathische Behandlungen (unten nähere Ausführungen zur Osteopathie) bisher gute Linderung gebracht. Dann muss man sich einmal folgendes vor Augen halten: Das Ungeborene verlässt die Fruchtblase, in der es bisher quasi schwimmend herangewachsen ist, und wird nun vom Kreislauf der Mutter abgenabelt. Es erblickt das Licht der Welt und muss nun plötzlich selbst atmen.

Es nimmt Umwelteinflüsse wahr. Plötzlich ist alles hell und nicht mehr dunkel. Das Baby hört Geräusche, liegt plötzlich auf einem Bettchen. Es muss die Reize aus dem Wechsel von Schlaf in Wachphasen verarbeiten. Der kindliche Organismus hat sich erstmal an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen: Umwelteinflüsse, Ernährungsumstellung, Zuwendung. Das ist enormer Stress fürs Baby. Nicht jeder Säugling verarbeitet das ohne Schreien. Die Ursache fürs Schreien kann ein Infekt oder eine Erkältung mit Fieber sein. Unwohlsein in der Lage des Bettchens oder nach Nahrungsaufnahme sind weitere Gründe.

Manchmal schlucken Babys zu gierig und damit dann auch Luft in den Magen. Das sprichwörtliche „Bäuerchen“ nach dem Essen lässt auf sich warten. Deshalb nimmt man Säuglinge ja auch nach dem Essen auf den Arm und klopft leicht auf den Rücken, damit das Kind so besser aufstoßen kann. Aber Vorsicht: Manchmal kommt dabei das ganze Essen in einem Schwall wieder raus. Deshalb sollten Sie immer ein Tuch auf die Schulter legen, wo das Köpfchen des Säuglings liegt.

Manchmal gefällt dem Baby das Bettchen nicht, ist die Unterlage zu hart oder zu weich oder sind die Windeln einfach voll. Dann meldet es sich mit Schreien. Manchmal ist es auch nur der Schrei nach Zuneigung, nach körperlicher Nähe und Wärme. Die vielen neuen Einflüsse, die auf das Kleinkind nun einwirken, machen unsicher und nervös. Sie bringen einen so kleinen Wurm schon mal aus der Fassung. Babys schreien dann nach Ruhe und Geborgenheit. Selbst wir Erwachsene reagieren ja manchmal unsicher bis gereizt auf Neues. Ein Baby schläft ja nicht nur 24 Stunden, sondern will auch beschäftigt werden und seine Umgebung erkunden.

Es will genauso sehen wie wir auch und nicht nur im Kinderwagen liegen. Es hat Ärmchen und Beinchen, die es bewegen will. Schließlich kann auch der Lebenswandel der werdenden Mutter während der Schwangerschaft eine Rolle spielen. Rauchen, übermäßiger Alkohol oder Drogen wirken sich auch auf die Entwicklung eines Embryos aus und können Spätfolgen etwa in einer Unterentwicklung haben bis hin zu Schrei-Attacken.

Positive Folgen von Schreien Übrigens: Das unaufhörliche Schreien eines Babys muss nicht nur negativ gesehen werden. Ganz im Gegenteil: Schrei-Babys gelten im späteren Leben durchaus als durchsetzungsstark und entwickeln manchmal eine stabile Persönlichkeit.

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